Es geht ja wieder mal hoch her, weil der Milchpreis in den Keller geht.

Die Milch macht den Unterschied

Also an der Milch scheiden sich derzeit die Geister. Mit jedem Liter den die Bauern an die Großmolkereien für zu kleine Preise verkaufen, machen sie Verlust. Und was vermeintlich clevere Verbraucher an der Discounter-Kasse sparen, setzen wir am Ende alle zu. Wenn es gar keine ordentliche Milch mehr gibt. Weil sich Kühe einfach nicht mehr lohnen. Und deshalb setzen wir heute ganz auf die Kraft der Naturmilch. Die nicht nur schmeckt, sondern auch schön machen kann. Also, unsere milchhaltigen Kosmetikprodukte finden Sie diesmal in den Angeboten der Woche. Und meine Argumente für gesunde Milch zu einem fairen Preis, will ich Ihnen auch gerne erläutern.

Zuallererst, wir reden über Kuhmilch. So wie sie aus dem Euter kommt, besteht sie zu mehr als 87 Prozent aus Wasser. Außerdem sind noch Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine, Spurenelemente und Fett drin. Der natürliche Fettgehalt beträgt so um die knappen vier Prozent.

Ein Durchschnittswert, wie jeder weiß, der schon mal eine Kuh gemolken hat. Abhängig von dem, was die Kuh gefressen hat, wo sie lebt, wie sie gehalten wird und wie alt sie ist. Kurios dabei, schon wenn die Milch aus dem Euter kommt ist Ihr Fettgehalt sehr unterschiedlich. Die erste Charge beim Melken hat gerade mal 2,5 Prozent, während es die letzten Tropfen, die aus dem Euter gestrichen werden, auf bis zu 10 Prozent bringen. Die Mischung macht's, aber nicht die industrielle Homogenisierung. Und schon gar nicht das H-Milch erzeugende kurzzeitige Erhitzen auf 100 Grad. Das macht die Milch im Prinzip zu einem toten Lebensmittel. Die Art von Milch macht keinen müden Mann mehr munter. Weswegen mein Mann seit einiger Zeit zum Milchautomaten fährt.

Ja, so etwas gibt es bei uns in Leipzig. Oder besser gesagt, draußen vor der Stadt am südwestlichen Ende. Dort in Großzschocher stehen nicht nur die großen Kuhställe einer Agrargenossenschaft, sondern eben auch ein Milchautomat. Der kommt aus der Schweiz und die Leipziger zapfen hier Tag für Tag Frischmilch wie sie sein soll. Wie´s funktioniert? Ganz einfach.

In einem kleinen Container steht der Automat. Hier kann man für 50 Cent eine Glasflasche kaufen oder man bringt seine eigne mit. Die klassische Kanne geht natürlich auch. Einfach einen Euro in Münzen in den Schlitz am Automaten einwerfen, das Gefäß schräg unter den Zapfhahn stellen, Knöpfchen drücken und schon fließt ein Liter frische Milch.

Die schmeckt wie früher und sollte auch schneller als heute üblich verbraucht werden. Acht Tage hält sie sich im Kühlschrank, strenggenommen sogar etwas länger. Und wenn sie wirklich mal sauer wird – kein Problem. Dann schmeckt diese Milch nicht wie bitteres weißes Wasser, sondern wie dick gewordene saure Milch. Aus der sich zum Beispiel ganz besonders leckere Eierkuchen machen lassen.

Diese Milch schmeckt den Kunden und bringt dem Bauern am Ende tatsächlich schwarze Zahlen. Denn während er mit jedem Liter, den er an die Großmolkerei verkauft, Verlust macht, bleibt beim Milcheuro vom Automaten wirklich was hängen. Und so unbezahlbar ist der Euro für den Liter Milch ja nun auch wieder nicht. Und vielleicht gibt es ja auch bei Ihnen in der Nähe demnächst ja auch einen Milchautomaten oder einen Bauern, der auf Direktvermarktung setzt. Einfach mal die Augen offenhalten.