Viele meiner Freundinnen benutzen für ihr Leben gerne Herrenpflegeprodukte. Duschgels, Shampoos und sogar Deos für Männer  riechen einfach ganz anders als das Kosmetik für Frauen. Mir persönlich sind die Düfte herkömmlicher Herrenpflegeprodukte aber oft viel zu chemisch und streng. Die Naturkosmetik für Männer jedoch zog selbst mich vor einigen Jahren in ihren  Bann als ich das Weleda Salbei Deo entdeckte, das ich bis heute gerne benutze. Martina Gebhardt, Geschäftsführerin des erfolgreichen Biokosmetikherstellers Martina Gebhardt Naturkosmetik, gibt auch offen zu, dass sie am liebsten ihre Wild Utah Herrenkosmetik benutze, weil sie die Duftstoffe der indianischen Kräuter so sehr an ihre Zeit in den USA erinnern. Offensichtlich ist Männerkosmetik nicht gleich Frauenkosmetik und die Frage steht, ob es denn wirklich nur die ätherischen Duftöle sind, die die Herrenpflege von der der Frauen unterscheidet.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Haut von Frauen und Männern nicht sonderlich. Aber schon beim Berühren der Haut merkt man einen Unterschied: Frauenhaut ist meist wesentlich sanfter als die der männlichen Dickhäuter. Das Bindegewebe der Männerhaut ist nämlich wesentlich fester als das von Frauen. Zusätzlich ist die hautnahe Muskulatur bei Männern deutlich fester als bei Frauen. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass Männer vergleichsweise weniger Fett im Gesicht und in den Beinen ablagern. Männerhaut besitzt außerdem wesentlich mehr Kollagen als Frauenhaut und ist dadurch tatsächlich um einiges dicker. Die unterschiedliche Struktur der Haut und vor allem des Bindegewebes sorgt auch für die verschiedene Ablagerung von Fett unter der Haut. Während das Bindegewebe der Männer netzartig gespannt ist und Fettzellen in einem Raster einlagert, stehen die Fettkammern des weiblichen Bindegewebes senkrecht. Deswegen sind sie beim Zusammenkneifen der Haut auch deutlicher zu erkennen. Dieser Strukturunterschied des Bindegewebes erklärt auch wieso Frauen im Gegensatz zu Männern unter Cellulitis leiden. Herrenpflege wie Gesichtscremes und Bodylotions für Männer müssen also dickere Haut- aber weniger Fettschichten durchdringen um die Haut zu versorgen.

Dann sind da natürlich noch die Körperhaare. Die meisten Frauen entfernen  Bein- und Intimbehaarung ganz und auch immer mehr Männer möchten lieber weniger als mehr Körperbehaarung tragen – leider!! Aufgrund der höheren Anzahl von Schweißdrüsen in der männlichen Haut weist diese auch eine dichtere Behaarung auf. Die Haare helfen dem Körper beim Schwitzen und sorgen so dafür, dass Männer im Gegensatz zu Frauen wesentlich schneller ihre Körpertemperatur senken können. Hier wird die Herrenpflege in Form von speziellen  Rasiercremes, Rasierschaum, After Shave und Pre Shave Produkten für die männliche Gesichtshaut wichtig.

Damit sind wir auch schon beim nächsten offensichtlichen Unterschied zwischen Männer- und Frauenhaut. Männer schwitzen wesentlich effizienter als Frauen. Durch die höhere Anzahl und die speziellere Ausprägung der Schweißdrüsen sowie den größeren Wasseranteil im Körper können Männer zum Beispiel beim Sport ihre Körpertemperatur schneller anpassen als Frauen. Herrenpflege und Männerdeos sollten also länger und stärker gegen Schweißgeruch schützen ohne den Temperaturausgleich über die Haut zu unterbrechen. 

Der Wasserhaushalt des männlichen Körpers wird auch von der Talgproduktion beeinflusst. Männerhaut produziert wesentlich mehr Talg als Frauenhaut. Der Talgfilm auf der Haut sorgt auf der einen Seite für ein größeres Wasserrückhaltevermögen und schützt Männer auf natürliche Weise vor trockener Haut. Auf der anderen Seite unterstützt die hohe Talgproduktion der Männerhaut aber auch Hautunreinheiten. Herrenpflege in Form von Reinigungsgels, Gesichtstonics und Gesichtscremes sollte also eher wenig Fett enthalten und die Haut porentief reinigen.  

Die erhöhte Talgproduktion und der ergiebigere Wasserhaushalt sorgen dafür, dass Männer erst viel später als Frauen unter Falten leiden. Dadurch spielen Anti Aging Produkte in der Herrenpflege eine wesentlich kleinere Rolle als bei Frauen.

Wir sehen also, dass Herrenpflege und Frauenkosmetik ähnlich funktionieren, die Haut aber doch unterschiedlich intensiv pflegen und versorgen. Wir Frauen können also getrost weiter Männershampoos benutzen und ihre Deos stibitzen. Wenn es um die gezielte Behandlung von Hautproblemen oder die Pflege von natürlichen Hauterscheinungen geht, ist die spezialisierte Herrenpflege allerdings eher vorsichtig zu verwenden. Männer hingegen können dankbar sein, dass sie sich nicht mit Cellulitis, trockener Haut und Falten rumärgern müssen. Stattdessen sind sie aber gezwungen sich mehrmals wöchentlich um Gesichtshaare, Schweißgeruch und Hautunreinheiten zu kümmern. So hat jeder seine Last zu tragen, wobei alle gleichermaßen durch die Naturkosmetikhersteller unterstützt werden.