Egal wie das Wetter morgen ist, diesen Samstag geht’s in den Garten.

Karotten, Möhren, Gelbe Rüben

Die Frühlingsblumen blühen im Garten um die Wette, es wird wärmer und es hält einen einfach nichts mehr im Haus. Also ran an die Arbeit, es wird höchste Zeit. Obwohl wir an den vergangenen Wochenenden nicht faul waren und schon viel geschafft haben im Garten. Der ganze Familienverband war aktiv, Vater, Mutter, die Großeltern und selbst meine Kinder konnten wir, zumindest zeitweise, für den Dienst in der Gartenbrigade rekrutieren.

Und die führt bei uns einen intensiven Zweifrontenkampf. Zum einen im Garten rund ums Haus und am kleinen Teich davor. Und dann haben wir uns im Übermut des Selbstversorgers auch noch ein Außengrundstück über die Straße zugelegt. As ist nun der Platz, wo Obst, Gemüse und die Beerensträucher im Mittelpunkt des fast schon bäuerlichen Interesses stehen. Neben den Klassikern wie den mit Knoblauch durchsetzten Erdbeerbeeten, denen für die Bohnen und Möhren, Kohlrabi, Erbsen und Blumenkohl wollen wir uns dort in diesem Jahr ganz intensiv mit Kartoffeln beschäftigen. Großes Lob für meinen Mann, der aus dem schönsten Wiesengrunde und im Schweiße seines Angesichts ein veritables neues Beet herausgearbeitet hat. Spatenstich für Spatenstich, Neulandgewinnung nach Art der Väter und unter anerkennender Beobachtung unserer Nachbarn.

Und während mein Mann sich durch die Grassoden wühlte, machte ich mir beim Aussäen der ersten Kulturen so meine Gedanken darüber, was den eigentlich für kosmetische Kräfte in den nächsten Wochen hier heranwachsen. Mal abgesehen davon, dass der Verzehr von Obst und Gemüse ja zumindest schon mal für eine schöne Figur sorgt und ich gerade im zukünftigen Möhrenbeet stand, hier also ein paar Tipps rund um dieses schöne Gemüse als Mittel der Schönheit. Mit einer gut gängigen Saftzentrifuge dürfte es keine großen Schwierigkeiten bereiten, aus einem Bund frisch gezogener Möhren schnell ein große Glas Saft zu gewinnen. Das kann man zum einen Trinken und damit der Haut einen leicht frühsommerlichen Teint verpassen. Nicht umsonst ist in vielen Bräunungscremes Karotin enthalten. Den Farbstoff der Möhre, den wir uns auch auf ganz natürliche Weise unter die Haut platzieren können. Aber Vorsicht vor Übertreibung, schnell können Sie da auch den Eindruck erwecken, an einer veritablen Gelbsucht zu leiden. Also alles mit Maß. Lassen Sie einen guten Schluck Saft übrig.

Den könnten Sie erstens als erfrischendes Gesichtswasser verwenden oder, mit ein paar Tropfen Öl und einem Eigelb verrührt, ergibt der eine prima Gesichtspackung für die müde Haut. Sie müssen die Mischung einfach nur auf das gereinigte Gesicht auftragen, eine Viertelstunde einwirken lassen und dann lauwarm abwaschen. Hilft in etwas veränderter Mischung auch bei fettiger Haut und Mitessern. In diesem Fall einfach ein Eiweiß mit einem Teelöffel Karottensaft und zwei Esslöffeln Weizenmehl vermischen, auftragen, einwirken lassen und danach das Gesicht lauwarm und kalt waschen. Es steckt also einiges drin in den Karotten, Möhren oder gelben Rüben, denen man auch im Mittelalter schon viel mehr als einen wohlschmeckenden Eintopf abgewinnen konnte.

Oder wie sonst erklären sich diese schönen Zeilen aus einem alten Medizinbuch, das mir neulich unter die Hände geraten ist. „Die gelben Rüben haben viel nehrhaften Saft in sich, und werden deßhalben mehr zur Speuse, als zur Artzney gebraucht. Doch sagt man, daß sie den Harn treiben, die Eß-Lust befördern, und durch Vermehrung des männlichen Samens zu ehelichen Werken reitzen sollen." In diesem Sinne viel Spaß bei der gemeinschaftlichen Arbeit in Gottes freier Natur und beim anschließenden Relaxen auf der Couch, in der Wanne oder Sauna.