Die Wiederentdeckung der beliebtesten deutschen Obstsorte

Apfel ist mit Abstand die beliebteste Obstsorte in Deutschland. Ursprünglich in Asien gereift, brachten die Griechen die edle Frucht von ihren Eroberungszügen in Persien mit in die europäischen Klimazonen, wo sie seitdem herrlich reifen und gezüchtet werden. Über 20.000 Apfelsorten gibt es bis heute, was als weiteres Zeichen für dessen Beliebtheit interpretiert werden kann.

„An apple a day keeps the doctor away“, sagt eines der bekanntesten englischen Sprichwörter. Zitiert wird es meist um den gesundheitsförderlichen Genuss von Obst im Allgemeinen zu propagieren. Doch der Apfel wurde nicht umsonst als Sinnbild für gesunde Früchte gewählt. Mehr als manch andere Obstsorte ist der Apfel ein hervorragendes Nahrungsmittel zum Aufbau und zur Unterstützung vieler Körperfunktionen. Denn Äpfel sind besonders reich an Vitamin C, Mineralstoffen, Faserstoffen, Flavonoiden und antioxidativen Nährstoffen. Wie keine andere Frucht auf der Welt vermag der Apfel diese für den Körper wichtigen Inhaltsstoffe zu verbinden. Neuste Studien belegen sogar, dass der regelmäßige Konsum von Äpfeln eine vorbeugende und schützende Wirkung gegen Gefäßerkrankungen, Krebs, Leber- und Gallenerkrankungen haben soll.

Der Apfelbaum gehört zu den Rosengewächsen und liefert neben dem geschmacklich sehr variablen  Fruchtfleisch auch Blätter, Blüten und Rinde vor allem für die Herstellung von Heilmitteln gegen eine Vielzahl von Erkrankungen. Hauptsächlich wird jedoch die Frucht des in Europa weit verbreiteten Obstes verwendet. Der Apfel enthält neben den 80 bis 90% Wasser vor allem Vitamine (Vitamin A, B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und C, E, K) Flavonoide, Phenole, Ca­ro­tinoide, Dextrose, Säuren (Apfel-, Zitronen-, Bernstein-, Milch-, Oxal-, Gerb-, Sali­zyl­säure) Lävulose, Mineralstoffe (Phosphor, Kalium, Cal­cium, Magnesium, Mangan, Chrom, Mo­lyb­dän, Kupfer, Phosphor), Dextrose, Sor­bitol, Pektin, Natron, Quercetin, Ca­techine, Jod und Ballaststoffe. Circa 80% dieser Inhaltsstoffe befinden sich in oder direkt unter der Schale, weswegen Äpfel wenn möglich mit Schale verwendet und verwertet werden sollten.

Dank dieser Inhaltsstoffe wirkt der Apfel entzündungshemmend, blutbildend und –reinigend, wundreinigend, entschlackend, entgiftend und cholesterinsenkend. Vor allem die Pektine und Ballaststoffe haben eine regulierende Wirkung auf Darmbeschwerden. Außerdem sind Äpfel antioxidativ, haben einen natürlichen UV-Schutz, stärken und schützen die Lungentätigkeit, stärken den Kreislauf und senken das Krebsrisiko. Nach dem Essen kann das Kauen von Apfelstückchen auch Karies und Parodontose vorbeugen. Der Apfel hat also nicht nur einen sehr hohen ernährungsphysikalischen Wert und unterstützt eine gesunde Diät, er ist auch eine sehr wirkungsstarke Heilpflanze gegen innerliche und äußerliche Beschwerden.

Innerlich

Apfel zur Stoffwechselanregung/ Entgiftung

Eine Apfelkur unterstützt den Stoffwechsel und sorgt somit für eine natürliche Entgiftung des Körpers. Die Pektine im Apfelfruchtfleisch binden Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Cadmium und viele andere. Diese können dann einfach über den Urin ausgeschieden werden. Eine Apfelkur hilft bei Adipositas, Rheuma, Gicht, Arteriosklerose und Diabetes.

Ernähren Sie sich einen Tag in der Woche oder 3 bis 4 Tage pro Monat ausschließlich von Äpfeln. Diese können frisch, gekocht oder gebraten verzehrt werden. Dabei sollten Sie mindestens 6 Äpfel pro Tag essen.

In flüssiger Form kann eine Apfelkur mit Apfeltee oder Apfelschalentee durchgeführt werden. Diesen können Sie auch einfach selbst aus unbehandelten Äpfeln herstellen. Dazu die Äpfel schälen bzw. klein schneiden, an einem zugigen Ort, im offenen Backofen oder in einem dafür vorgesehen Küchengerät trocknen und bei Bedarf mit heißem Wasser aufgießen. Die Apfelstückchen, bzw. die Apfelschale circa 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Eine Alternative zum Apfeltee aus Fruchtfleisch oder Schale ist Tee aus frischen, jungen Apfelblättern. Apfelblätter fördern die Funktion von Galle und Leber und tragen somit auch zu einer natürlichen Entschlackung des Körpers bei. Pflücken Sie dazu frische, junge Apfelblätter und zerhacken Sie diese in kleine Stückchen. Gießen Sie einen Teelöffel Apfelblätter pro Tasse mit heißem Wasser auf und lassen Sie den Aufguss circa 10 bis 15 Minuten ziehen. Filtern Sie die Apfelblätter ab und trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken.

Apfel bei Magen-Darm-Erkrankungen

Äpfel regulieren die Magen-Darm-Tätigkeiten, denn sie wirken regenerierend und stabilisierend auf die Darmflora. Da die Bakterienstämme der Darmflora entscheidenden Einfluss auf die Immunabwehr haben, wirkt sich die Darmstabilisierung durch Äpfel auch positiv auf das Immunsystem aus.

Diarrhoe (Durchfall)

Reiben Sie täglich 3mal 1 bis 2 rohe Äpfel mitsamt Schale und essen Sie diese in kleinen Portionen um den Magen zu schonen. Falls die Beschwerden nach 3 bis 4 Tagen nicht abnehmen, sollten Sie unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.

Obstipation (Verstopfung)

Essen Sie 3 bis 4 Tage jeden Morgen auf nüchternen Magen einen Apfel mitsamt Schale. Wichtig ist dabei den Apfel sehr gut zu zerkauen um die Pektine und Ballaststoffe leichter verdaulich zu machen. Eine Alternative ist der Genuss von gekochtem Apfelmus oder Apfelkompott, das auch leicht abführend wirkt.

Apfel bei grippalen Infekten

Besonders schmackhaft und gleichzeitig lindernd bei Halsschmerzen, Heiserkeit oder Fieber ist der Genuss von gebratenen Äpfeln mit Honig.  Bei akuten Halsbeschwerden helfen aber vor allem Apfeltee, Apfelschalentee oder Apfelblütentee. Zerschneiden Sie dafür Apfelschale oder Apfelfruchtfleisch in kleine Stückchen. Übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel der Apfelstückchen (getrocknet oder frisch) pro Tasse mit siedendem Wasser. Lassen Sie den Aufguss 5 bis 10 Minuten ziehen und trinken Sie ihn möglichst heiß. Eine kühle Variante des Apfeltees lässt sich einfach mit einer ungeschälten Scheibe Apfel zubereiten. Überbrühen Sie diese mit einem Liter siedendem Waser und lassen Sie den Aufguss 2 Stunden ziehen. Trinken Sie den Apfeltee in kleinen Schlucken. Apfelblütentee gegen grippale Infekte muss bereits im Frühjahr vorbereitet werden, wenn die Apfelbäume in voller Blüte stehen. Pflücken Sie die Blüten und lassen Sie sie gut ausgebreitet trocknen. Bei Bedarf überbrühen Sie 1 Teelöffel Apfelblüten pro Tasse mit heißem Wasser und lassen den Aufguss circa 10 Minuten ziehen. Trinken Sie den Apfelblütentee in kleinen Schlucken.

Apfel bei Schlafstörungen/ Nervosität/ Erschöpfung

Apfel hilft gegen Schlafstörungen. Essen Sie dafür circa 2 Stunden vor dem Schlafengehen einen Apfel und kauen Sie diesen besonders gut durch. Auch Apfeltee (siehe Rezept oben) wirkt beruhigend auf das Gemüt und kann bei Schlafstörungen, Nervosität und Erschöpfung helfen.

Apfel gegen Schwangerschaftsübelkeit

Werden Sie in den ersten drei Monaten Ihrer Schwangerschaft von morgendlicher Schwangerschaftsübelkeit geplagt, sollten Sie jeden Morgen noch vor dem Aufstehen einen Apfel essen und sehr gut kauen. Das hilft gegen Übelkeit und versorgt Sie und Ihr Baby außerdem mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen.

Äußerlich

Apfel gegen Entzündungen

Apfelblätter wirken adstringierend und entzündungshemmend bei frischen Wunden und verhindern die Entzündung offener Hautstellen. Zerdrücken Sie dafür Apfelblätter um deren Saft zu extrahieren und legen Sie die zerdrückten Apfelblätter auf die betreffende Körperstelle. Achten Sie darauf, dass die Apfelblätter unbehandelt und sauber sind, um keine unnatürlichen Giftstoffe in die Wunde zu bringen.

Apfel gegen unreine Haut/ Akne

Die Inhaltsstoffe des Apfels wirken entzündungshemmend und klärend auf die Haut und wirken somit effektiv gegen unreine Haut und Akne. Dazu sollten Sie Ihr Gesicht regelmäßig, z.B. jeden Morgen mit einer Mischung aus Apfelessig und Mineralwasser waschen. Mischen Sie dazu Apfelessig und Wasser in einem Verhältnis von 1:1.

Apfel gegen Ekzem

Umschläge aus zerriebener Apfelbaumrinde sollen Ekzeme lindern. Zerreiben Sie dazu weichere Apfelbaumrinde und geben Sie den Rindenbrei zwischen zwei dünne Baumwolltücher, um direkten Hautkontakt zu vermeiden. Lassen Sie die Umschläge circa 15 bis 30 Minuten auf der Haut und wiederholen Sie die Therapie bei Bedarf täglich.

Apfel gegen Varikosis (Krampfadern)

Apfel wirkt auch gegen unschöne Krampfadern zum Beispiel an den Beinen. Die blutbildenden und –reinigenden Eigenschaften des Apfel helfen gegen Varikosis. Reiben Sie dazu die betroffenen Stellen mit lauwarmem Apfelessigwasser im Verhältnis 1:1 ein.

Apfel gegen rheumatische Beschwerden

Apfel hilft gegen rheumatische Beschwerden mit akuter Entzündung. Dazu einen kalten Wickel aus geriebenen Äpfeln auf die betroffenen Stellen auflegen. Der geriebene Apfelbrei sollte dabei zwischen zwei Baumwolltücher gestrichen werden um direkten Hautkontakt zu vermeiden. Bei chronischen Entzündungen sollten Sie warme Apfelwickel auflegen.