Der Granatapfel, schon in der Bibel erwähnt, gilt er als eine der ältesten Kulturpflanzen und Heilfrüchte.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Das ist eine alte Wahrheit, die mich derzeit zweimal täglich zu den Apfelbäumen auf unsrer Streuobstwiese führt. Denn unter ihnen im Gras liegen die ersten reifen Früchte, die den Namen Fallobst nicht verdient haben, so schön sehen sie aus. Ich sammle sie und verarbeite meinen Teil zu Apfelmus, während mein Mann den Entsafter am Dampfen hält und stolz ist, auf seine Ausbeute von derzeit drei Flaschen pro Entsaftungsgang. Doch eigentlich geht es mir heute ja um einen ganz anderen Apfel. Einen, der bei uns nicht an knorrigen alten und schlanken jungen Bäumen reift, sondern einen Ehrenplatz im Tontopf am kleinen Schilfteich hat – der Granatapfel.

Die heilende Frucht in der Heiligen Schrift

War die Frucht vom Baum der Erkenntnis, nach deren Genuss Adam und Eva laut Bibel aus dem Paradies vertrieben wurden, tatsächlich ein Apfel? Oder handelte es sich, wie manche Wissenschaftler behaupten, um einen Granatapfel? Wie dem auch sei, schon im Judentum galt der Granatapfel als ein Symbol der Rechtschaffenheit, da seine – streng wissenschaftlich freilich nicht nachweisbaren - 613 Samenkörner, den 613 Geboten der Torah entsprechen. Auch in der Bibel wird der Granatapfel mehrfach erwähnt. Darüber hinaus gilt er im Christentum wegen seiner vielen Samenkörner in einer festen Schale für die Einheit der Kirche in der Vielfalt.

Wo er wächst

Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Türkei über den Kaukasus bis in den Iran, nach Afghanistan und Pakistan. Doch auch in westlicher Richtung, in der Region von Syrien bis Ägypten und in Nordafrika ist er seit Jahrhunderten heimisch. Überwiegend wird der Granatapfel als Strauch oder kleiner Baum kultiviert. Er kann aber bis zu fünf Meter hoch werden und unter günstigen Bedingungen wird so ein Baum mehrere hundert Jahre alt. Im Frühsommer prunkt der Granatapfelbaum mit leuchtend roten großen Blüten. Daraus entwickeln sich die apfelförmigen, zunächst grünen, dann hell- bis dunkelroten und später braun-roten Früchte. Ihr Inneres besteht aus Kammern, in denen sich seine, in Wahrheit eben nur bis zu 400 Samenkerne befinden. Geerntet wird er von September bis Dezember.

Der Granatapfel Superfood für die Schönheit

Schon in der griechischen Mythologe finden wir den Granatapfel als Symbol für Fruchtbarkeit, Schönheit und ewiges Leben. Denken wir nur an den Streit der Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite, wer von ihnen die Schönste sei. Den der Trojaner Paris bekanntlich dadurch entschieden hat, dass er Aphrodite nicht irgendeinen ordinären Apfel, sondern natürlich einen Granatapfel überreichte. Welch wegweisendes Urteil in Sachen Schönheit und Kosmetik.

Was unter seiner Schale steckt

Ja, auf dem Gebiet der Kosmetik ist dieser Apfel wirklich eine echte Granate. Enthält er doch viele Fitmacher wie Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Zink, Selen und Polyphenole. Er schützt die Hautzellen vor freien Radikalen. Seine antioxidative, zellschützende Kraft ist tatsächlich drei- bis viermal so hoch wie die von grünem Tee oder Rotwein. Der Granatapfel optimiert den Zellstoffwechsel und die in ihm steckenden Flavonoide beugen Hautirritationen vor. Das pflegende Granatapfel-Kernöl wirkt beruhigend auf gereizte und trockene Haut. Wichtig für die kosmetische Wirkung ist außerdem, dass sich der Fruchtextrakt des Granatapfels ausgleichend auf Mischhaut auswirkt, die Poren verfeinert und damit für ein ebenmäßigeres Hautbild sorgt. Wir sehen, es gibt genügend Gründe, sich für Kosmetika im Zeichen des Granatapfels zu interessieren.

Ein letzte Überraschung unterm Baum der Erkenntnis

Bei meinen Recherchen bin ich zu guter Letzt noch auf einen Hinweis gestoßen, der mich überrascht hat und als sächsische Unternehmerin mit Humor auch herzhaft hat lachen lassen. Hätten Sie gewusst, dass der Granatapfel die Meißner Porzellanmaler zu einem ihrer bekanntesten Muster inspirierte – dem berühmten Zwiebelmuster? Denn das zeigt in Wirklichkeit keine ordinären Zwiebelknollen sondern Granatäpfel und Pfirsiche, die Symbole der Fruchtbarkeit und Langlebigkeit. Zu denen sich im chinesischen Vorbild noch die dritte gesegnete Frucht, die Zitrone gesellte. Und die verrutschte den Meißner Porzellanmalergesellen offensichtlich zu einer Zwiebel.